Wasserstoff-Horizonte NRW

Bereits zum 4. Mal fand das von MAT4HY.NRW gemeinsam mit der Wasserstoffinitiative H2Raum organisierte Vernetzungstreffen „Wasserstoff-Horizonte NRW“ statt. Am 05. Februar 2026 trafen sich etwa 80 Teilnehmende aus Wissenschaft, Industrie und Politik im Fraunhofer InHaus-Zentrum in Duisburg um die Vernetzung im Bereich Wasserstoff nicht nur im Ruhrgebiet voran zu treiben.

Begrüßung

Prof. Dr. Michael Brodmann von der Westfälischen Hochschule begrüßte die Anwesenden herzlichst zur neuesten Ausgabe des Vernetzungsforums. Sowohl im Namen des H2Raums als auch von MAT4HY lud er ein, den spannenden Vorträgen zu lauschen und sich anschließend aktiv in die Diskussion mit einzubringen. Er betonte die Rolle von Wasserstoff, auch im Hinblick von Energieimporten, um in Zukunft den in Deutschland erwarteten Energiebedarf zu decken und in einer dekarbonisierten Gesellschaft leben zu können.

Anschließend führte Dr. Theresa Schredelseker vom ZBT durch das weitere Programm und stellte kurz die Vortragenden vor.

Erfolgsgeschichten aus Forschung und Entwicklung

Im Vortragsblock wurden einige Best-Practice-Beispiele aus Duisburg und der Region eingehend beleuchtet.

  • Prof. Dr.-Ing. Anna Grevé stellte das Projekt “enerPort II” im Duisburger Hafen vor. Auf der ehemaligen Kohleninsel wird dabei die Energieversorgung nachhaltig neu gedacht.
  • Das Projekt “Trailblazer” welches am Oberhausener Standort von Air Liquide realisiert wurde, erzeugt mit einem 20 MW Elektrolyseur Wasserstoff, der ins firmeneigene Netz eingespeist wird. Frank Balzer erläuterte hierzu technische und administrative Herausforderungen.
  • Einen Einblick in die Praxis der Installation von Wasserstoffbrennern gab Max Krings vom gleichnamigen Handwerksbetrieb aus Wetter. Er teilte wertvolle Erfahrungen aus der Praxis, die insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen wichtig sein dürften.
  • Wie man mit einer Müllverbennungsanlage Wasserstoff erzeugen kann, wenn auch mit einigen Hindernissen und regulatorischen Herausforderungen, wurde abschließend von Marc Bunse vorgestellt. 

Fishbowl-Diskussion: Duisburg und die Region als zukunftsweisender Wasserstoffstandort

Die Fishbowl-Diskussion fand dann nach einer kurzen Kaffeepause und der Begrüßung von Mahmut Özdemir (Mitglied des Bundestages und Wasserstoffbeauftragter der SPD-Bundestagsfraktion) statt. Dr. Peter Beckhaus, Geschäftsführer des ZBT moderierte die lebhafte Diskussion zwischen Max Krings (Heizungsbau Krings), Mahmut Özdemir (MdB), Anna Grevé (Fraunhofer Umsicht) und Frank Balzer (Air Liquide). Das Ruhrgebiet ist mit seiner breiten Forschungslandschaft und vielen aktiven Akteuren vom Mittelstand über Stadtwerke bis hin zum Großkonzern gut gerüstet, um Wasserstoff als neuen Energieträger einzusetzen. Natürlich ist Forschungsseitig noch einiges zu tun, aber ein Hauptproblem des Wasserstoffhochlaufs sind eher die Regulatorik und verlässliche politische Rahmenbedingungen, so dass es auch zu Investitionen im Bereich Wasserstofferzeugung und Anwendung kommen kann.

 

Auch für das 4. Vernetzungstreffen bedankt sich das Team von MAT4HY.NRW und H2Raum für das Mitwirken aller Vortragenden. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit, den offenen Austausch und externe Impulse, um gemeinsam die Wasserstoffwirtschaft in NRW voranzubringen.